Elektronisches Fahrtenbuch – Steuern sparen beim Autofahren?

Ob Transporter oder PKW: Viele Fahrzeuge werden beruflich genutzt. Seid Ihr beruflich viel mit dem Auto unterwegs und nutzt dafür ein Fahrtenbuch in Papierform? Aufgepasst: Diese werden im Zuge von Lohnsteuer-Außenprüfungen oft aufgrund von Formfehlern verworfen und die teurere 1% – Methode kommt zum Zuge.

Eine passende Alternative bietet derzeit das elektronische Fahrtenbuch. Aber auch mit einem elektronischen Fahrtenbuch ist man als Steuerpflichtiger nicht automatisch auf der sicheren Seite. Zwar kann es eine Erleichterung sein aber ohne sachgerechte Anwendung laufen Sie Gefahr, dass die Aufzeichnungen nicht anerkannt werden.

Wichtig sind:

  • hinreichende Sicherheit auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Aufzeichnungen
  • Aufzeichnungen sind zeitnah, spätestens 7 Tage nach der jeweiligen Fahrt zu führen. Keine nachträglichen Ergänzungen.
  • Aufzeichnungen müssen plausibel sein, etwa sollte man Zwischenstopps oder Werkstattaufenthalte erkennen

Es könnte so einfach sein: In den Firmenwagen setzen, losfahren und Steuern sparen. Doch aufgrund der lästigen, täglich notwendigen Einträge ziehen viele Autofahrer die bequemere 1%-Regelung vor und verschenken damit jedes Jahr bares Geld. Das muss nicht sein.


§ 7g EStG – Nicht getätigte Investition: Unrechtmäßiger Abzugsbetrag kann rückgängig gemacht werden

Kleine und mittlere Gesellschaften können die gewinnmindernde Wirkung von künftigen betrieblichen Investitionen vorverlagern, indem sie bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts als Investitionsabzugsbetrag (IAB) abziehen. Dadurch tritt eine Gewinnminderung ein und somit verringert sich die Steuerlast mit der Möglichkeit einen Liquiditätsvorteil zu erzielen, der dann die spätere Investition erleichtert.

Hinweis: Voraussetzung für einen IAB ist, dass die Anschaffung innerhalb von drei Jahren vorzunehmen ist. Bleibt die Investition binnen dieser Frist aus, macht das Finanzamt den IAB im ursprünglichen Jahr der Bildung rückgängig. Für die Änderung des Steuerbescheids kann es auf eine spezielle Korrekturvorschrift des Einkommensteuergesetzes zurückgreifen, die den verfahrensrechtlichen Zugriff auf den Bescheid ermöglicht. Darüber hinaus wird der rückständige Steuerbetrag mit 6 % p.a. verzinst.
Ein Gewerbetreibender aus Hamburg hat vor dem Bundesfinanzhof (BFH) versucht, eine nachträgliche Aberkennung eines Investitionsabzugsbetrags unter Verweis auf eine verfahrensrechtliche "Änderungssperre" abzuwenden. Er hatte seinen Gewinn aus Gewerbebetrieb im Jahr 2011 um einen Investitionsabzugsbetrag von 28.000 EUR gemindert. Im Zuge einer Außenprüfung erkannte das Finanzamt, dass der Gewerbetreibende den damaligen Investitionsabzugsbetrag aufgrund eines zu hohen Gewinns gar nicht erst hätte bilden dürfen.

Selbständige und Gewerbetreibende, die ihren Gewinn durch Einnahmenüberschussrechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG ermitteln, dürfen die Grenze von 100.000 EUR Gewinn nicht überschreiten, um einen IAB bilden zu können.
Da der Gewerbetreibende die Investition innerhalb der Dreijahresfrist nicht vorgenommen hatte, nutzte das Finanzamt die spezielle Korrekturnorm und erkannte den Investitionsabzugsbetrag nachträglich ab. Ersterer hielt diesen Schritt für rechtswidrig und argumentierte, dass die Korrekturnorm nicht einschlägig sei, weil schon die ursprüngliche Bildung des Investitionsabzugsbetrags in 2011 wegen des zu hohen Gewinns unzulässig gewesen sei.
Der BFH jedoch gab grünes Licht für die Aberkennung und verwies darauf, dass die Korrekturnorm auch dann eine Änderung alter Steuerbescheide ermögliche, wenn der Investitionsabzugsbetrag darin zu Unrecht (wegen Überschreitens der Gewinngrenze) abgezogen worden sei.

Investitionsabzugsbeträge ohne bestehende Investitionsabsicht zu bilden, denn ein zinsloses Darlehen lässt sich so nicht einstreichen.